Kleinwagen

Den S 500 schlicht als Kleinwagen einzustufen, widerstrebt jeden Automobil-Kenner, denn ein solches technisches Meisterwerk, das allein aufgrund seiner Länge und seiner Hubraum-Größe der Keicar-Klasse entwachsen war, IST ein klassischer Sportwagen.

Da nach hauseigenem Verständnis der Honda Civic der klassenprägende Kompaktwagen war, ist der erste Honda Kleinwagen der City, der im Jahre 1981 auf den Markt gebracht wurde und aufgrund seines Erfolges in den nächsten Jahren in verschiedenen Varianten angeboten wurde. Hirotoshi Honda, Sohn des Honda Gründers und seinerseits Gründer der Mugen Co. Ltd., suchte Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts ein möglichst unsportliches Auto, um daraus ein aggressives Power-Auto zu entwickeln. In der Produkt-Palette seines Vaters wurde er fündig und so entstand 1982 der City Turbo, von dem es im Jahr darauf eine zweite, weiterentwickelte Variante gab. Im selben Jahr erschien eine abgespeckte Variante des City namens City Pro, die von Honda als Kombi bezeichnet wird. Schließlich erschien im Jahre 1984 neben dem Turbo als zweites Kult-Fahrzeug der ersten City-Generation eine Targa-Version unter dem Namen City Cabriolet. Den City gab es in Europa unter dem Namen Jazz zu kaufen, aber ausschließlich als Kombi-Limousine und nur mit gedrosseltem Motor.

1986 erfolgte der Generationswechsel beim City. Die Variationen beschränkten sich bei dieser nicht exportierten City-Generation auf die Ausstattung und nach einer größeren Überarbeitung im Jahre 1989 auch auf die Motorleistung. Die Produktion wurde bereits 1990 eingestellt, ohne daß ein direkter Nachfolger erschien.

Erst ab 1996 bot Honda wieder einen typischen Kleinwagen an, den Logo. Die drei- bzw. fünftürige Kombi-Limousine wurde zunächst nur in Japan angeboten. Als sich jedoch die Fertigstellung der neuen Plattform für Kompaktwagen verzögerte, entschloß sich Honda im Jahre 1998 zu einer größeren Überarbeitung, um das Fahrzeug auch in anderen Regionen - vor allem ab 1999 in Europa - anbieten zu können. Die Produktion des Logo endete im Jahre 2002 und wieder konnte Honda keinen Kleinwagen auf wichtigen außerjapanischen Märkten anbieten, denn sein Nachfolger, der Fit/Jazz, galt bereits als Kompaktwagen.

Auf der Basis des Logo entstanden in der Folgezeit einige Modelle, die nicht unbedingt der Kleinwagen-Klasse (mehr) zugeordnet werden können, da sie sich an spezielle Käuferschichten wendeten oder kräftiger motorisiert und entsprechend teuer waren. Das erste dieser Fahrzeuge war 1998 der Capa, ein busähnlicher Wagen, aber doch kein echter Minivan - eine Großraum-Limousine auf einer Kleinwagen-Plattform.

Noch weniger läßt sich der ebenfalls 1998 erschienene HR-V einer bestimmten Fahrzeug-Kategorie zuordnen: Ist er ein Geländewagen bzw. SUV? Oder doch eher ein Kombi? Ein reines Nutzfahrzeug ist er jedenfalls nicht. Und preislich sowie motorenmäßig kann er nicht mehr zu den Kleinwagen gezählt werden, obwohl er die gleiche Plattform wie der Logo besitzt.